Hormonmangel des Mannes
- Medizinisch gesehen: Der sinkende Hormonspiegel

Es gibt keinen wissenschaftlichen Zweifel mehr darüber, dass bei Männern mit zunehmendem Alter bestimmte Hormonspiegel, etwa die Serumkonzentration von Testosteron und Dehydroepiandrosteron (DHEA), aber vor allem auch der Östrogene und Gestagene, langsam sinken.

- Sachlich gesehen: Hormontief und Symptome

Der reifere Mann bemerkt zunehmend, dass die Haut faltiger wird und zur Ausbildung von Pigmentflecken neigt. Das Haar wird schütterer. Auch der Bartwuchs wird schwächer. Hinzu kommt oft auch noch eine langsame Gewichtszunahme. Gleichzeitig verringert sich die Muskelmasse mehr und mehr. Lästiges Fettgewebe entsteht. Die Brust beginnt zu wachsen, und die Hoden verlieren allmählich an Größe. Zu diesen normalen äußerlichen Veränderungen können früher oder später eine Reihe schwerwiegender und behandlungsbedürftiger Erkrankungen hinzukommen. Wir sprechen dabei fälschlicherweise von so genannten Wohlstandsbeschwerden. So können Blutdruck und Cholesterinspiegel allmählich ansteigen. Das Risiko von Herz- und Kreislauferkrankungen erhöht sich. Herzbeschwerden, Herzrasen oder Kreislaufprobleme werden verstärkt beobachtet. Auch Zuckerkrankheit oder Gelenksbeschwerden treten oft in dieser Altersphase erstmals auf.

Fast die Hälfte aller 50 jährigen Männer weist erhöhte Harnsäurespiegel auf, aus denen sich Erkrankungen wie Gicht entwickeln können. Die Wahrscheinlichkeit für Osteoporose steigt ebenfalls an. Die Bildung roter Blutkörperchen vermindert sich. Daraus resultiert verminderte körperliche Leistungsfähigkeit. Und nicht zuletzt sei an dieser Stelle auch auf die Vielzahl an Prostatabeschwerden verwiesen.

- Menschlich gesehen: Hormone und Psyche.

Das Sexualleben unterscheidet sich immer mehr von dem jüngerer Männer. Nicht nur Zeugungsfähigkeit und Spermienproduktion werden geringer, auch Libido und Potenz lassen allmählich nach. Morgendliche Erektionen beispielsweise werden immer seltener beobachtet.

Was vielen Männern nicht bewusst ist oder häufig auch bewusst verdrängt wird, ist die Tatsache, dass auch die Psyche nicht mehr die eines jungen Mannes ist. Das Lernen fällt immer schwerer, die Gedächtnisleistung lässt nach. Nebenallgemeiner Leistungsminderung und Energieverlust sind oftmals auch ein Nachlassen der Tatkraft und eine rasche Erschöpfbarkeit zu beobachten, einhergehend mit Schlafstörungen einerseits und Müdigkeit andererseits. Daraus resultieren Unruhe, Angst, Nervosität bis hin zu depressiven Verstimmungen.

- Zeitlich gesehen: Wann beginnt die Andropause?

Während die Menopause bei Frauen relativ genau zeitlich fixierbar ist und durch das Ausbleiben der Menstruation angezeigt wird, treten die verschiedenen Symptome bei Männern schleichend und sehr unterschiedlich auf.

Es gibt eine Reihe von Männern, die bis ins hohe Alter hinein körperlich fit und sexuell aktiv sind. Daneben gibt es Männer, die bereits in sehr jungen Jahren massive Beschwerden aufweisen. Generell kann gesagt werden, dass sich die größte Gruppe von Männern mit Beschwerden, die dem breiten Spektrum der Andropause zuzuordnen sind, im Alter zwischen 45 und 65 befindet. Je früher Beschwerden auftreten, desto wichtiger ist es, die Ursachen dafür zu finden und eine geeignete Therapie einzuleiten.

- Praktisch gesehen: Was hilft?

Die Andropause des Mannes ist ein weites und teilweise noch unerforschtes Feld. Und Beschwerden bzw. Symptome differieren von Mann zu Mann oft erheblich. Deshalb gibt es auch keine Allheilmittel. Entsprechende Behandlungsmöglichkeiten und Therapien sind deshalb von Fall zu Fall unterschiedlich zu beurteilen. Jeder Behandlung muss deshalb eine eingehende fachärztliche Untersuchung vorausgehen.

- Diagnostik:

Anamnese mit entsprechendem Befindlichkeitsscore.
Die heute mögliche und praktikable Bestimmung des Hormonstatus.
Die sehr genau objektivierbare Messung eines hormonabhängigen Organs – dem Knochen (Knochendichtemessung mittels DXA).

- Therapie:

Die Art der Therapie richtet sich dann nach der genauen ärztlichen Diagnose. Vielfach ist eine Hormonersatztherapie das geeignete Mittel zur sinnvollen Unterstützung einer gesamthaften Behandlung. Sie ist aber nicht das alleinige Allheilmittel. Ernährungsberatung, Bewegungstraining und eine bewusstere Lebensweise gehören genauso zu einer verantwortungsvollen Behandlung.

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